Tiefe Geothermie - Zukunft mit bebendem Erfolg

Veröffentlicht am 01.08.2013 in Energie und Umwelt

Bohrungen von 3000, 4000 und über 5000 m Tiefe sollten im Oberrheingraben die Energieprobleme der Zukunft lösen, nie endende Tiefenwärme zwischen 140º und 200º elektrische Energie im Überfluss liefern und Heizanlagen befeuern. Waren sich noch vor wenigen Jahren alle Parteien darüber einig, mit Hilfe der Geothermie sogar Atomanlagen überflüssig machen zu können, muss man nun kleinlaut eingestehen, dass der Wunsch der Vater des Gedankens war und die Realität doch mehr Hindernisse zu bieten hat als man sich in den kühnsten Träumen ausmalen konnte.

Die Atomanlagen werden längst ausgeknipst sein, bis die Geothermie - wenn überhaupt - technisch so ausgereift ist, dass sie nennenswerte Erträge liefern kann.

Landau, Insheim, Basel und nun auch St. Gallen haben deutlich spürbare Beben produziert und den Anwohnern schlaflose Nächte und Fassadenschäden beschert. In St. Gallen drohte eine Gasexplosion und der Verlust von Menschenleben. Auch wenn das gerade noch verhindert werden konnte, darf die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Anlagen in der Nähe von Wohn- und Schutzgebieten nicht ausgeklammert werden. Geothermie ist noch viele, viele Jahre im Forschungsstadium. Experimente auf Kosten der Bürger verbieten sich von selbst. Wir sind bereit aus Fehlern zu lernen. Anlagenpläne wie in Schaidt dürfen nicht realisiert werden. Forschung auf diesem Gebiet tut not. Geben wir den Betreibern und Forschen den Raum, den sie brauchen - aber weit weg von der Bevölkerung. Unterstützen wir die vorbildliche Arbeit der Bürgerinitiativen und arbeiten miteinander an einem Energieumstieg ohne Schäden und ohne Verängstigung unserer Mitmenschen. Wenn die Geothermie die Attribute Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz in sich vereint, sollten wir ihr die Chance auf einen Neuanfang nicht verwehren. Wir sind dabei! Sie doch auch?

Bernd Scholtz, SPD- Ortsverein Schaidt