Die Ortsbegehung in Maximiliansau am 14. August stand im Zeichen hochaktueller Themen: Bei der ersten Station unter der Rheinbrücke erläuterten der Vorsitzende des Ortsvereins, Jürgen Nelson, und Ortsvorsteher Jochen Schaaf die aktuellen Entwicklungen zur Rheinbrücke. Mit großer Sorge wurde die angekündigte Vollsperrung der Rheinbrücke im Jahr 2017 diskutiert – das Land Baden-Württemberg will an 12 bis 15 Wochenenden eine Vollsperrung verhängen, um die Brücke mit hochfestem Beton zu sanieren.
„Mit einer Vollsperrung an so vielen Wochenenden wird ein erheblicher Einbruch an Umsatz für die Karlsruher Geschäfte, für die Pfälzer Ausflugs- und Erholungsziele sowie für das Maximilian-Center einhergehen“, bewertete Jürgen Nelson die Perspektive, langfristige Verschiebungen der Besucher- und Kundenströme könnten nicht ausgeschlossen werden. „Es wird damit erneut offenkundig, wie dringend erforderlich eine zweite Rheinbrücke für die Stadt Wörth und die gesamte Region ist“, schließt sich Dr. Dennis Nitsche der Bewertung Nelsons an. Der Initiator des Aktionsbündnisses Pro Zweite Rheinbrücke, Steffen Weiss, nahm ebenfalls an der Ortsbegehung der SPD teil. Dr. Nitsche und die gesamte SPD Wörth unterstützen das Aktionsbündnis von frühester Minute an.
Im Zusammenhang mit der Diskussion zur Sanierung der Eisenbahnstraße brachte ein anwesender Bürger die Anregung ein, dass auch die Stadt Wörth wieder mehr Wert auf eine liebevolle Gestaltung der Ortsteile legen solle. Als vorbildliche Beispiele wurde die Bepflanzung in den ville fleurie im Elsass genannt, die Touristen wie Einheimische gleichermaßen erfreut. „Wir haben in Wörth einige sehr gepflegte Anlagen, etwa die großen Kreisverkehre“, betonte Dr. Nitsche, „allerdings gibt es in allen Ortsteilen noch viele Stellen, denen eine Aufwertung mit Blumenbepflanzung sehr gut tun würde.“ Ortsvorsteher Jochen Schaaf merkte dazu an, dass der in den vergangenen Jahren erfolgte Personalabbau und der Trend zur Fremdvergabe zu Engpässen bei den Personalkapazitäten im Bauhof geführt hätten – Pflanzen- und Blumenpflege für ein attraktives Ortsbild dürften aber dem nicht zum Opfer fallen. Ganz ähnliches kam hinsichtlich der von der SPD geforderten Sanierung der Kehle zum Ausdruck. Insbesondere die Brachfläche zum Kreisverkehr hin, müsse dringend aufgewertet werden, so alle Teilnehmer einhellig. Eine ansprechende Einfassung des Areals, eventuell sogar die Aufstellung von einigen Tischen und Stühlen in Absprache mit der anliegenden Bäckerei für einen kleinen Café-Betrieb, oder die Nutzung der Fläche für kleine Konzerte im Freien waren wichtige Anregungen. Einen bemerkenswerten Vorschlag unterbreitete Ortsvorsteher Jochen Schaaf: „Um einen Teil des intensiven Schleichverkehrs Richtung Karlsruhe aus Maximiliansau heraus zu bekommen, sollten wir über eine intelligente Einbahnstraßen-Regelung nachdenken. Dafür müsste die DLW-Straße hinter dem Maximilian-Center ausgebaut werden. Eine Beschilderung Richtung Karlsruhe über das Wörther Kreuz wäre dann allen Nutzern Richtung Karlsruhe einsichtiger und würde den Schleichverkehr effizient unterbinden“, so Schaaf.

Bei der Station „Kappelmann-Gelände“ neben der Tulla-Halle, wurde intensiv über die Entwicklung des Areals diskutiert. Eine Verlagerung des Festplatzes auf dieses Areal, wie von der CDU vorgeschlagen, erteilten die Teilnehmer eine Absage. Allein aufgrund der bei einer neuen Ausweisung der Fläche als Festplatz erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen und weiterer Anforderungen, sei das nicht realistisch. „Im Sinne einer planvollen Ortsentwicklung sollten wir das Areal nicht vorschnell bebauen, es ist ein Filetstück in Maximiliansau“, betonte Jürgen Nelson. „Es gilt auch hier, was wir an vielen Stellen anmahnen: erst ein schlüssiges Gesamtkonzept, das gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt wird, daraufhin ein wirklich guter Entwurf, und dann erst wird gebaut“, betonte Dr. Nitsche, auch mit Verweis auf die ähnlich gelagerte Problematik in der Herrenstraße im Ortsteil Wörth. Die denkbare Bebauung mit Seniorenwohnungen/betreutem Wohnen sei eine Option für die Entwicklung des Kappelmann-Geländes, allerdings müsse dann auch eine Verbesserung der Infrastruktur geprüft werden, etwa durch Einplanung einer kleinen Bäckerei/eines Cafés als attraktiver Treffpunkt für die anwohnenden Senioren sowie weitere Attraktivierungen.
Der Besuch des Sauer-Geländes bildete den Abschluss der Ortsbegehung. Sehr kritisch bewerteten die Teilnehmer die von der Stadt erwogene Sanierung des maroden Gebäudes als Flüchtlingsunterkunft. Jürgen Nelson erneuerte den Vorschlag der SPD, in dem Areal keine Wohnnutzung vorzusehen, sondern den Jugendtreff dort anzusiedeln, der sich dort ohne Lärmbelastung für Anwohner und in direkter Nähe zum Kleinspielfeld ideal entwickeln könne. Weitere Nutzungsvorschläge, etwa Räume für den Heimatverein oder weitere Lagerfläche für Vereine, könnte man sich vorstellen, so Jochen Schaaf.