Die vierte Ortsbegehung des SPD- Stadtverbands führte Stadträte und interessierte Bürgerinnen und Bürger am 27. August nach Büchelberg. Gleich beim ersten Thema – öffentlicher Nahverkehr und Anbindung an das Radwegenetz – wurde deutlich, dass nach wie vor großer Handlungsbedarf besteht.
Von Seiten beteiligter Bürger wurde nachdrücklich der Bau eines Radweges Richtung Kandel angemahnt, aber auch die Radwegeverbindung nach Wörth wurde dringlich gefordert. Dabei wurde auch die für Radfahrer gefährliche Querung über die stark befahrene Bienwald- B9 angesprochen. Die Teilnehmer stimmten überein, dass es nicht um die Alternative „Radweg nach Kandel“ oder „Radweg nach Wörth“ gehen dürfe. Aufgrund des tatsächlichen Bedarfes sei der Radweg nach Kandel wichtig, aber im Sinne eines gesamtstädtischen Radwegenetzes, muss auch die Anbindung nach Wörth gegeben sein. Offenbleiben musste die Frage der Finanzierung der Radwege – zuständig wäre zunächst der Kreis, der jedoch wegen finanzieller Klammheit bislang nicht tätig wurde.
Hinsichtlich der wünschenswerten Verbesserung der Mobilität von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern wurde der Vorschlag zur Schaffung eines Bürgerbusses diskutiert. „Ein Bürgerbus könnte reguläre Fahrten zu Ärzten und Einkaufsgelegenheiten anbieten, aber auch durch flexible Rufbarkeit gerade älteren Mitbürgern oder Jugendlichen mehr Unabhängigkeit bieten“, begründete Dr. Dennis Nitsche, Bewerber um das Amt des Bürgermeisters, seinen Vorschlag. „Zugleich könnte ein Bürgerbus auch an Wochenenden und außerhalb der Linienbuszeiten den Besuch von Veranstaltungen und Festen in anderen Ortsteilen ermöglichen.“ Zum Thema Bürgerbus wird Dr. Nitsche zu einer Veranstaltung in Büchelberg einladen, bei der Experten von bestehenden Bürgerbus- Konzepten berichten sollen. Zudem müsse geklärt werden, welches Angebot die Bürgerinnen und Bürger zu welchen Zeiten benötigen und wie ein Betriebsmodell und die Finanzierung aussehen könnten.
Die demographische Entwicklung in Büchelberg wurde intensiv diskutiert. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass ein Mindest- Angebot an Infrastruktur erforderlich ist, damit Büchelberg als Wohnort attraktiv bleibt. Dazu zählen die Einkaufsmöglichkeit im Ort, aber insbesondere auch Kindergarten und Grundschule. Der SPD Stadtverband sprach sich nachdrücklich dafür aus, die Grundschule zu erhalten. Die Wiedereinführung der Gemeindeschwester als lokale Pflege- und Betreuungskraft wurde ebenfalls diskutiert. Die Landesregierung von Rheinland- Pfalz hat am 1. Juli 2015 einen Modellversuch gestartet, der aus Sicht der SPD auch für Büchelberg sehr interessant sein könnte. „Unser Ziel muss es sein, ältere Menschen so zu unterstützen, dass sie möglichst lange leben können, wie es sich viele wünschen: selbstbestimmt und im eigenen Zuhause“, betonte Dennis Nitsche. Die Stadt Wörth und der Kreis sollten sich in der nächsten Ausschreibungsrunde unbedingt um eine Aufnahme in das Programm bewerben, so Nitsche.