Bebauung Herrenstraße/Moltkestraße

Veröffentlicht am 07.07.2015 in Allgemein

Auf Einladung der Anwohnerinnen und Anwohner von Herrenstraße, Molktestraße und Ottstraße haben die beiden Bewerber um das Amt des Bürgermeisters von Wörth, Christoph Gröger und Dr. Dennis Nitsche, ihre Positionen dazu vor Ort diskutiert. Die Anwohner haben den beiden Bewerbern zudem eine Unterschriftenliste übergeben sowie ein Schreiben, in dem die Anwohner ihre Sorge gegenüber dem aktuell von einem Investor vorgeschlagenen Bauprojekt zum Ausdruck bringen. Dennis Nitsche hat mit dem folgenden Brief auch schriftlich auf die Anliegen der Anwohner geantwortet:

 

Herrn Ralf Breitinger
Moltkestr. 5
76744 Wörth am Rhein

Wörth, 24. Juni 2015

- Bebauung zwischen Moltkestraße und Herrenstraße

 

Sehr geehrter Herr Breitinger, sehr geehrter Herr Landes,
liebe Anwohnerinnen und Anwohner,

sehr herzlich bedanke ich mich bei Ihnen für die Initiative für den gestrigen Vor-Ort-Termin und die Einladung zum Gespräch. Aus meiner  Sicht ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei allen
wichtigen Entwicklungen in der Stadt ein zentrales Element der  Meinungsbildung – und diese muss gerade den städtebaulichen  Entscheidungen städtischer Gremien vorausgehen. Nur so können wir
Akzeptanz schaffen und gemeinsam das zukünftige Gesicht unserer Stadt  gestalten. Gerade das persönliche Gespräch trägt viel dazu bei,  gemeinsam eine optimale Lösung erarbeiten zu können.

Wie bereits gestern ausgeführt, teile ich die Sorgen vieler Anwohner  hinsichtlich des derzeit in Diskussion stehenden Projektes. Auch aus  meiner Sicht – ich habe dies bereits Ende 2014 im Stadtrat
eingebracht gehabt – ist sowohl die Dichte der Bebauung als auch die  Verkehrsproblematik kritisch zu sehen. Insbesondere aber bin ich der  Ansicht, dass wir zuerst einen Entwicklungsplan für den gesamten Altort  aufstellen müssen, bevor wir eine Entscheidung zur Bebauung dieses  Areals treffen können. Aus meiner Sicht sollte es unser dringendes Ziel  sein, den Altort attraktiv für Bürger und Geschäftsleute zu gestalten, denn nur so können wir auf Dauer die Lebensqualität schaffen, die letztlich uns allen zu Gute kommt. Auch daher sollten wir uns die Zeit nehmen,  gründlich über eine Bebauung des Areals nachzudenken und uns dabei auch für kreative Ansätze öffnen. Ganz persönlich hielte ich die Anlage z.B. eines kleinen Platzes mit Gastronomie, Gewerbe und ortsüblicher Bebauung für ideal – diese Idee hatte ich inklusive einer selbst (laienhaft) erstellten Skizze auch in der SPD-Fraktion bereits am 20. Mai  kommuniziert. Wir haben mit diesem Areal die einmalige Chance, den Altort von Wörth nachhaltig aufzuwerten. Diese Chance dürfen wir nicht leichtfertig aus der Hand geben – andere Kommunen beneiden uns um derartige Gestaltungsmöglichkeiten!

Auch die dringend erforderliche Schaffung von Wohnraum ist aus meiner Sicht kein Argument für voreilige Entscheidungen – insbesondere zumal wir mit dem Baugebiet Abtswald C sowie mit der Nachverdichtung in der Keltenstraße in erheblichem Maße neuen Wohnraum schaffen. Es sollte ebenfalls nicht verkannt werden, dass der derzeitige Bauvorschlag die Errichtung von Eigentumswohnungen vorsieht – sozialer Wohnungsbau ist also gerade nicht gegeben.

Die Fassung eines Aufstellungsbeschlusses – den ich als weiteren Schritt im aktuell vorgeschlagenen Bebauungsvorhaben werte, obwohl er formal noch keine Vorfestlegung beinhaltet – lehne ich deutlich ab. Wir würden damit ein falsches Signal an den Investor wie auch an die Bürgerinnen und Bürger senden, und wären einen Schritt weiter auf einem meiner Ansicht nach falschen Weg. Abgesehen davon macht vor dem Hintergrund des in Arbeit befindlichen Altortkonzepts die Fassung eines  Aufstellungsbeschlusses für das Areal Moltkestr./ Herrenstr. überhaupt keinen Sinn. Erst müssen wir – die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit dem Ortsbeirat und dem Stadtrat! – wissen, wohin die Reise gehen soll, bevor wir weitere Schritte einleiten. Wir sollten uns dazu jede Expertise holen, die wir erhalten können. Leider wurde mein bisheriger Vorschlag, die Experten aus der Fakultät für Architektur an der Universität Karlsruhe, dem KIT, einzubeziehen, nicht aufgegriffen. Im Rahmen studentischer Projekte könnten wir uns zahlreiche Inspiration holen für die Gestaltung des Areals – kostenlos und auf höchstem städteplanerischem Niveau.

Meine Sichtweise habe ich mehrfach bereits im Stadtrat und auch in der Fraktion der SPD vorgetragen. Ich sehe – trotz der eindeutigen  Abstimmungsverhältnisse im Ortsbeirat – derzeit keine Mehrheit im Stadtrat zugunsten des aktuell vorgeschlagenen Bebauungsvorhabens. Dazu haben Sie als engagierte Anwohner einiges beigetragen, auch durch Ihre klare und deutliche Stellungnahme beim gestrigen Gespräch. In jedem Falle werde ich mich weiterhin im Sinne meiner gestrigen Aussagen einsetzen.

Sehr gerne stehe ich Ihnen und den Anwohnern für weitere Gespräche zur Verfügung, und gerne werde ich neue Entwicklungen in der Sache an Sie kommunizieren. Mein Schreiben dürfen Sie gerne an die Anwohner weitergeben.

Mit besten Grüßen
Dennis Nitsche